Ein erstes Aufatmen lag in der Luft über dem Havelland. Die Tage wurden länger, das Licht weicher, und auch wenn die Natur noch am Anfang ihres jährlichen Erwachens stand, war der Frühling bereits spürbar. Genau in diesem Moment öffnete Schloss Ribbeck seine Türen für ein außergewöhnliches japanisches Kulturfestival, das Tradition, Musik und Genuss auf besondere Weise verband.
Ribbeck, bekannt durch Theodor Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, stand seit jeher für Gastlichkeit und kulturelle Offenheit. Das historische Schloss, einst Adelssitz und heute ein lebendiger Kulturort, bildete die ideale Kulisse für ein Festival, das japanische Kultur erlebbar machte. Im Rahmen der Reihe „Ankerpunkte“ veranstalten die Havelländischen Musikfestspiele 2026 das erste Japanische Kulturfestival.
Sake-Tasting im Blauen Salon
Im Inneren des Schlosses entfaltete sich das Festival Raum für Raum. Hier fanden im Blauen Salon auch die Sake-Tastings statt, geleitet von Dr. Bastian Schwithal. Die Verkostungen gingen weit über ein klassisches Tasting hinaus und boten fundiertes Wissen über Sake, seine Herstellung und seine kulturelle Bedeutung in Japan.
Die Teilnehmer erfuhren, wie Reispoliergrad, Koji und Fermentation den Charakter eines Sake prägten. Gleichzeitig stand das sensorische Erlebnis im Mittelpunkt. Aromen, Texturen und Umami wurden bewusst wahrgenommen und miteinander verglichen. Das Sake-Tasting im Blauen Salon zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig japanischer Sake ist und warum er zunehmend auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt.
Japanische Kultur erleben: Teezeremonie und Konzert
Neben dem Sake-Tasting bot das Festival ein vielseitiges Kulturprogramm. Die Teezeremonie von Gesine Jochems vermittelte die Philosophie der japanischen Teekultur und zeigte, wie Achtsamkeit und Präzision im Mittelpunkt standen.
Im Konzertsaal verband das Deutsch-Japanische Kammerensemble unter der Leitung von So Matsukawa musikalische Traditionen aus Europa und Japan. Werke von Mendelssohn und Kosaku Yamada wurden von der Sopranistin Aiko Bormann eindrucksvoll interpretiert.
Kendo und Marimba: Bewegung und Klang aus Japan
Am zweiten Festivaltag rückten Bewegung und Rhythmus in den Fokus.
Die Kendo-Vorführung des EDKG e.V. gab Einblicke in die japanische Kampfkunst und deren Verbindung von Disziplin, Technik und Geist.
Den musikalischen Abschluss bildete der Marimba-Künstler Fumito Nunoya, dessen dynamisches Spiel das Publikum begeisterte und einen kraftvollen Schlusspunkt setzte.
Bildung und Austausch: VHS Havelland vor Ort
Auch die VHS Havelland war in das Festival eingebunden und informierte über ihr vielfältiges Bildungsangebot. Besonders die Japanisch-Kurse stießen auf Interesse und boten Besuchern die Möglichkeit, ihre Begegnung mit der japanischen Kultur weiter zu vertiefen.
Ein gelungenes japanisches Kulturfestival in Brandenburg
Das Japanische Kulturfestival auf Schloss Ribbeck zeigte, wie lebendig kultureller Austausch sein kann. Ein besonderer Dank galt den Organisatoren rund um Dr. Guido Böhm und seinem Team, die dieses Festival mit großem Engagement realisiert hatten.
Gefördert wurde die Veranstaltung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg (MWFK Brandenburg).
Das Festival hinterließ bleibende Eindrücke und machte Lust auf eine Fortsetzung.
Mei Watanabe

















